Abnehmen auf Teufel komm raus?

Gestern war ich zu Besuch in der psychosomatischen Klinik in München-Harlaching. Dort habe ich u.a. vor allem Mädchen getroffen, die gezeichnet waren von Ess-Störungen. Ich finde, dass die ganzen Zusammenhänge, die sich um das Thema Ess-Sucht drehen, noch viel zu wenig diskutiert werden. Unter anderem gehört das Thema „falsches Abnehmen“ auch dazu.

Das ist mittlerweile nicht mehr nur ein Trend, sondern eine Bewegung geworden: leicht Abnehmen. Doch auf welch dubiose Weise manche Menschen versuchen, dies zu tun, überrascht mich immer wieder. Mit gesundem Menschenverstand ist doch eine sogenannte Null-Diät nicht zu vertreten!

Das gilt genauso für die grandiose Atkins-Diät, bei der so weit wie möglich auf Kohlenhydrate verzichtet wird; wer ernsthaft glaubt, dass permanenter Fleischkonsum mit etwas Salat zum Ziel führt – bitte. Doch meiner Meinung nach ist das schon tendenziell krankhaft.

Es soll ja auch Länder geben, in denen die Leute froh wären, wenn sie etwas mehr Gewicht haben; hierzulande wollen viele einfach nur abnehmen, und das (zu) schnell. Doch mittlerweile bin ich es müde geworden, Leuten diesbezüglich ins Gewissen zu reden. Irgendwo sind die Erwachsenen dann doch für sich selbst verantwortlich.

Was mich dabei aber nachdenklich stimmt: es sind vor allem auch junge Menschen, vor allem Mädchen, die gewissen Fehlinformationen bzgl. Ernährung und idealem Schönheitsbild noch nicht kritisch genug hinterfragen können. Hier finde ich es schon ziemlich bedenklich, dass meiner Meinung nach viel zu wenig getan wird, um Aufklärung zu leisten.

Der Einfluss durch Medien, in denen magersüchtige Models als Schönheiten bezeichnet werden, ohne dabei die Konsequenzen zu bedenken, wird viel zu unreflektiert von jungen Menschen aufgenommen und als gegeben angesehen. Hoffentlich ändert sich da in den nächsten Jahren etwas – die Statistiken sind ernüchternd.


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